Montag, 10. November 2014

Bartour Berlin - auf der Suche nach Erfolgskonzepten


4.11.2014 - Tiergarten / Kreuzberg
Warum Berlin?
Berlin ist der Hotspot für Night-life in Deutschland. Der Preis für die beste Bar, die beste Hotelbar des Jahres gehen regelmäßig in die Bundeshauptstadt. Ausserdem ist die Dichte an gastronomischen Konzepten nirgends so hoch wie in Berlin. Aus verschiedenen Bestenlisten haben wir eine Tour zusammengestellt, die möglichst viele Konzepte abbildet, um Inspirationen über den Neubau unserer Bar zu finden. Licht und Ambiente sind hierbei entscheidender, als tatsächliche bauliche Fragen. Spass hat das auch gemacht! Prost
Monkey Bar
Die Monkey Bar ist der hippe Treffpunkt am Zoo in Berlin und gleichzeitig die Hotelbar des 25Hours Bikini Berlin. Das Publikum ist äusserst gemischt
- also Hotelgäste und Gäste von ausserhalb und in allen Altersgruppen. Der Schwellenangst wird mit einem eigenen Eingang und eigenen Aufzug begegnet. Es gibt eine großzügige Raucherterrasse mit Blick über Berlin. Sowohl Sitzgruppen als auch Bar waren gut besetzt. Die Bar verfolgt eigentlich kein innenarchitektonisches Konzept: die Decken sind unverkleidet, Sichtbeton an den Wänden, Industriebelag auf dem Boden. Bequeme, schwarze Sitzmöbel.
Monkey Bar

Green Door Bar
Einlasskontrolle, Handyverbot und eine unglaublich große Cocktailkarte - ausserdem fällt auf: sehr tiefe Theke, gut besucht, wobei die Sitzecken vor dem Tresen belegt waren, gediegene Atmosphäre und bereits um 22:00 Uhr wurden die ersten Gäste abgewiesen. Die Bar hat eigene Wassergläser und passende Servietten. „Bessere“ Gesellschaft. Beim Gespräch mit der Barkeeperin stellt sie fest, dass die Karte zu groß ist und, dass die Auswahl die Gäste mehr verwirrt als ihnen hilft.
Green Door Bar

Victoria Bar
Ebenfalls Einlasskontrolle. Barkeeper berlinerisch ruppig, Preise gesalzen. Trotzdem gut besucht. Sehr langer Tresen, ebenfalls sehr tiefe, gut organisierte Bar, 4 Barkeeper arbeiten im Akkord. Besonders bemerkenswert: ein eigenes Buch im passenden Branding „Die Schule der Trunkenheit“ mit nett erzähltem rund um alkoholische Getränke.


Victoria Bar

Hyatt Berlin Bar
Ausgezeichnete Hotelbar im Herzen Berlins. Ganz anders als die vorher genannten: hauptsächlich Hotelgäste, die sich über ihren Tag austauschen. Auch mit Fremden wird mehr geplaudert. Die Karte ist gut, die Kundenstopper am Eingang kaufanregend. Sehr dicht bestuhlt, life Pianomusik, sehr gutes Personal. Design passend zum Hotel, verziert mit Musikern an der Wand. Als Kunden sehr angenehm. Ohne separaten Eingang. 


Hyatt Berlin

5.11.2014 - Mitte
Hotel de Rome
Die nächste Hotelbar - Zutritt erschwert, da Vorbereitungen auf die feierliche Neueröffnung der Bar. Diese ist frisch renoviert mit modernen Lampen, allerlei Neonkunst. Etwas zugig wegen des geöffneten Eingangs. Möbel bequem aber ohne hochwertige Optik. Großer, tiefer Tresen. Service etwas unorganisiert, wahrscheinlich wegen der Eröffnung. Hier gut gelöst: Allerlei Spirituosen hängen in einem Metallkorb über der Bar und repräsentieren so das vielfältige Angebot.


Hotel de Rome
Und die zugehörige Bar


The Grand Master Bar
Das Gebäude ist total verrückt: die Wände sehen aus, wie nach einem verheerenden Wasserschaden - erst nach einigen Räumen wir einem bewusst, dass es sich hierbei um ein Stilmittel und nicht um echte Schäden handelt. Das ganze wird verziert mit opulenten Lüstern und viktorianischem Flair. Gekonnt gemacht - dazu wirkt die Bar sehr britisch. Gemütlich, gut sortiert, viele Sitzplätze.
The Grand Master Restaurant

The Grand Master Bar
Hotel Amano Bar
Bar wurde als beste Hotelbar Deutschlands 2013 ausgezeichnet. Separater Eingang - allerdings als wir da waren scheinbar nur Hotelgäste. Uns fällt auf: Holz wirkt edel und angenehm gemütlich. Die ersten Sitzmöbel sind sehr unbequem - wir ziehen an einen anderen Platz um. Der Tresen ist gar nicht belegt, dafür sind die kuschligsten Sitzgruppen gleich belegt. Zwei Personen wirken viel als Besetzung.


Melody Nelson Bar - sehr gemütlich
Auf einer Bestenliste war das Melody Nelson aufgeführt - dabei ist es ganz anders als die anderen Bars, die wir besucht haben. Moderate Preise, sehr persönlicher Barkeeper. Als wir hereinkommen (wir sind die ersten Gäste) wird der Titelsong der Bar „Melody Nelson“ von Serge Gainsbourg. Stimmig gemütlich und sicher proppenvoll, nach 22:00 Uhr. Der Barkeeper erzählt, dass die Aufführung in der Bestenliste erhebliche Mengen an Besuchern in die Bar befördert. Die Dunkelheit in der Bar ist angenehm. 
Tresen

Gut sortiert, tolle Karte

nette Strukturtapete

In goldenem Rahmen

Bar Tausend
Schwer zu finden, im Brückenkopf einer U-Bahn Brücke. Strenge Einlasskontrolle und starkes Design. Zwei Diplomatenautos parken davor. Schick und teuer - reduzierter Stil. Trotzdem irgendwie gemütlich. Interessante Cocktails - sehr freundliches Team. Mehrere Barkeeper und Lifemusik war vorbereitet. Mein Cocktail schmeckt wie ein vegetarisches Sushihäppchen.
Drayton Bar
Hinter einem Hotel gelangt man vorbei an den Mülltonnen und allerlei Unrat zu einem wenig markierten Eingang. Ohne GPS Unterstützung hätten wir nicht hergefunden. Die Bar wirkt unfertig, mit unverputzten Ziegeln an der Wand. Nebenan ist das schicke Lokal Cookies, das zum selben Betreiber gehört. Beleuchtung und ein wenig Stoff machen die Bar recht gemütlich.

Fazit


Einige der denkwürdigsten Erlebnisse in Hotels hatte ich in Hotelbars. Wenn wir diese Erlebnisse nicht auf höchstem Niveau bieten, dann machen wir einen Fehler. Die Bar ist viel wichtiger als viele Badeerlebnisse, da es mehr potentielle Nutzer gibt und viel mehr potentielle Geschichten.

Bei der Weiterempfehlung geht es um Geschichten.

Wir müssen es aber richtig gut machen.

Sind wir ehrlich: wir verdienen das Geld nicht im Badebereich, nicht im Restaurant und nicht in der Bar. Wir verdienen es mit den Übernachtungen und dafür machen wir den ganzen Zirkus - die verkauften Drinks zählen ist nicht der Weg, den Erfolg zu messen, dessen bin ich mir sicher.

Seht Ihr das anders? Was ist Eure Lieblingsbar und was macht Sie aus?

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Viele brave Gäste wünscht
Armin Gross



Kommentare:

  1. Danke für die Veröffentlichung und die Berliner Tipps. Ich habe auch einen für eure Branche: http://redaktion42.com/2014/06/24/parfum-box-als-getrankekarte-im-ritz-carlton/

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    1. Danke Matze! Die Karte ist wirklich toll. Obwohl ich den Ardbeg lieber ausserhalb des Cocktails trinke :-)

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